Epikur von Samos (341-270 v. Chr.), Der nicht lange nach dem Tod von Aristoteles bl√ľhte, gr√ľndete eine Philosophieschule,
die sich in seinem Haus und Garten in Athen versammelte. Diese Schule, genannt „der Garten“, widmete sich dem Erreichen des Gl√ľcks durch die Aus√ľbung von Vernunft und rationalen Prinzipien und lie√ü in einer stark geschichteten und sexistischen Gesellschaft sowohl Frauen als auch Sklaven zu.

Nach Epikur lehrt die Vernunft, dass Vergn√ľgen gut und Schmerz schlecht sind und dass Vergn√ľgen und Schmerz das ultimative Ma√ü f√ľr Gut und B√∂se sind.¬†Dies wurde oft f√§lschlicherweise als Aufruf zu z√ľgellosem Hedonismus interpretiert, und nicht als die Abwesenheit von Schmerz und Beruhigung des Geistes, die Epikur tats√§chlich im Sinn hatte.¬†Tats√§chlich warnte Epikur ausdr√ľcklich vor √úbergenuss, weil √úbergenuss so oft zu Schmerzen f√ľhrt.

Auf das Göttliche

Epikur schrieb viel, aber die fr√ľhen Christen betrachteten ihn als besonders gottlos unter den alten Philosophen, und fast keines seiner Werke √ľberlebte ihre Missbilligung.¬†Epikur vertrat die Auffassung, dass die G√∂tter existieren, dass sie jedoch die Menschheit in keiner Weise betreffen oder gar wahrnehmen.¬†In der Tat w√ľrde es f√ľr die G√∂tter bedeuten, sich auf die niederen Dinge der Menschen einzulassen, um das h√∂chste Gl√ľck und die Ruhe zu st√∂ren, die sie charakterisieren und definieren.¬†Anstatt die G√∂tter zu f√ľrchten, sollten die Menschen versuchen, sie in ihrem h√∂chsten Gl√ľck und ihrer h√∂chsten Ruhe nachzubilden.

Im Todesfall

Der Mensch sollte den¬†¬†Tod auch nicht¬†f√ľrchten, und zwar aus zwei Hauptgr√ľnden.¬†(1) Der Geist ist ein Teil des K√∂rpers und besteht, genau wie andere Teile des K√∂rpers (und alles andere im Universum), aus Atomen.¬†Der Tod eines Menschen bedeutet den Tod von K√∂rper und Geist und die Wiederverteilung seiner Atome.¬†Da es keine Person mehr gibt, die beunruhigt werden k√∂nnte, kann der Tod die Person nicht mehr beunruhigen, nachdem sie tot ist.¬†Und wenn der Tod die Person nach ihrem Tod nicht st√∂ren kann, sollte er sie auch nicht st√∂ren, solange sie noch lebt (dies ist eine fr√ľhe Formulierung des Arguments ‚Äěkein Gegenstand von Schaden‚Äú).¬†(2) Die Ewigkeit, die vor der Geburt einer Person liegt, wird nicht als b√∂se angesehen, und daher sollte auch die Ewigkeit, die nach ihrem Tod liegt, nicht als b√∂se angesehen werden (eine fr√ľhe Formulierung des ‚ÄěSymmetrie-Arguments‚Äú).

ch habe Ihnen diesen Brief an einem gl√ľcklichen Tag geschrieben, der auch der letzte Tag meines Lebens ist.¬†Denn ich bin angegriffen worden von einer schmerzhaften Unf√§higkeit zu urinieren und auch von Ruhr, die so gewaltt√§tig ist, dass der Gewalt meiner Leiden nichts hinzugef√ľgt werden kann.¬†Aber die Fr√∂hlichkeit meines Geistes, die sich aus der Erinnerung an all meine philosophischen Betrachtungen ergibt, gleicht all diese Leiden aus.¬†Und ich bitte Sie, auf die Kinder von Metrodorus aufzupassen, auf eine Weise, die der Hingabe w√ľrdig ist, die der junge Mann mir und der Philosophie entgegenbringt.

Etwa drei Jahrhunderte sp√§ter¬†verglich Seneca der J√ľngere¬†in seinen ber√ľhmten¬†Briefen an Lucilius¬†seine Beziehung zu Lucilius mit Epikurs Beziehung zu Idomeneus.

Es sind Ihre eigenen Studien, die Sie zum Leuchten bringen und Sie zu etwas Besonderem machen.¬†Gestatten Sie mir, den Fall von Epikur zu erw√§hnen.¬†Er schrieb an Idomeneus und versuchte, ihn von einer auff√§lligen Existenz zu einem sicheren und unersch√ľtterlichen Ruf zu erwecken.¬†Idomeneus war zu dieser Zeit ein Staatsminister, der eine strenge Autorit√§t aus√ľbte und wichtige Angelegenheiten in der Hand hatte.¬†„Wenn“, sagte Epikur, „Sie von Ruhm angezogen werden, werden meine Briefe Sie bekannter machen als all die Dinge, die Sie sch√§tzen und die Sie sch√§tzen lassen.“¬†Hat Epikur falsch gesprochen?¬†Wer h√§tte von Idomeneus gewusst, h√§tte der Philosoph seinen Namen nicht in seine Briefe eingraviert?¬†Alle Granden und Satrapen, sogar der K√∂nig selbst, der um den Titel gebeten wurde, den Idomeneus suchte, sind in tiefe Vergessenheit geraten.¬†–¬†Seneca,¬†Briefe¬†,√úber das Ansehen, das meine Schriften Ihnen bringen werden¬†.

Auf Vergn√ľgen

Epikur stimmt mit Aristoteles √ľberein, dass Gl√ľck ein Selbstzweck und das h√∂chste Gut des menschlichen Lebens ist.¬†Gl√ľck identifiziert er jedoch eher mit dem Streben nach Vergn√ľgen und der Vermeidung von Schmerz als mit der reinen Aus√ľbung von Vernunft.¬†Vergn√ľgen ist das h√∂chste Gut, und alles andere Gute ist es nur aufgrund des unmittelbaren oder aufgeschobenen Vergn√ľgens, das es verschaffen kann.¬†Das Verhalten von S√§uglingen best√§tigt, dass der Mensch instinktiv dem Vergn√ľgen nachgeht und dass alle seine Handlungen, einschlie√ülich derer, die als tugendhaft oder¬†altruistisch ausgelegt werden k√∂nnen, zielen letztendlich darauf ab, sich selbst Freude zu verschaffen.¬†So wie Menschen sofort f√ľhlen k√∂nnen, dass etwas hei√ü oder kalt, bunt oder langweilig ist, k√∂nnen sie sofort f√ľhlen, dass etwas angenehm oder schmerzhaft ist.¬†Es sollte jedoch nicht alles verfolgt werden, was Spa√ü macht, und nicht alles, was schmerzhaft ist, sollte vermieden werden.¬†Stattdessen sollte eine Art hedonistischer Kalk√ľl angewendet werden, um zu bestimmen, welche Dinge im Laufe der Zeit wahrscheinlich das gr√∂√üte Vergn√ľgen bereiten werden, und es ist vor allem dieser hedonistische Kalk√ľl, mit dem viele Menschen nicht umgehen k√∂nnen.

Arten von Vergn√ľgen

Um ihnen ein wenig zu helfen, unterscheidet Epicurus zwischen zwei verschiedenen Arten von Vergn√ľgen, den „beweglichen Vergn√ľgen“ und den „statischen Vergn√ľgen“.¬†Bewegende Freuden beinhalten die Befriedigung eines Wunsches, zum Beispiel eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, wenn man hungrig ist.¬†Statische Freuden hingegen sind der Zustand, in dem der Wunsch befriedigt wurde, sich beispielsweise nach dem Essen satt zu f√ľhlen.¬†Statische Freuden, sagt Epikur, sind besser als bewegende Freuden, weil sie uns vom Schmerz der Not oder des Mangels befreien.¬†Epikur unterscheidet auch zwischen k√∂rperlichen und geistigen Freuden und Schmerzen, und argumentiert ,¬†dass die¬†Angst¬†um die Zukunft, vor allem der G√∂tter f√ľrchten und¬†Angst vor dem Tod, sind die gr√∂√üten Hindernisse zum Gl√ľck.¬†Um einen Zustand der vollkommenen mentalen Ruhe oder¬†¬†Ataraxie zu erreichenWir m√ľssen Angst vermeiden, was wir tun k√∂nnen, indem wir lernen, auf die Zukunft zu vertrauen.

Freude entsteht oft aus der Befriedigung des Verlangens und Schmerz aus seiner Frustration.¬†Daher sollte jeder Wunsch befriedigt werden, Vergn√ľgen zu bringen, oder beseitigt werden, um Schmerzen zu vermeiden, und insgesamt sollte die Beseitigung bevorzugt werden.¬†Es gebe, so Epikur, drei Arten von W√ľnschen: (1) nat√ľrliche und notwendige W√ľnsche, beispielsweise nach Nahrung und Obdach, die schwer zu beseitigen, aber von Natur aus begrenzt und sowohl leicht als auch sehr angenehm zu befriedigen seien, (2) nat√ľrliche, aber nicht notwendige W√ľnsche wie die nach luxuri√∂ser Nahrung und Unterkunft und (3) vergebliche W√ľnsche wie die nach Ruhm, Macht oder Reichtum, die von der Gesellschaft eingesch√§rft werden und die von Natur aus nicht begrenzt und weder leicht noch h√∂chst erfreulich zu befriedigen sind.¬†Nat√ľrliche und notwendige W√ľnsche sollten befriedigt werden, nat√ľrliche, aber nicht notwendige W√ľnsche k√∂nnen befriedigt werden, sollten aber nicht davon abh√§ngig sein,¬†und vergebliche W√ľnsche sollten g√§nzlich beseitigt werden.¬†Indem wir dieses Rezept zur selektiven Beseitigung von W√ľnschen anwenden, k√∂nnen wir den Schmerz und die Angst, unerf√ľllte W√ľnsche zu hegen, minimieren und uns so nah wie m√∂glich bringen¬†Ataraxie¬†.

Abschließend

Angesichts der Hauptbedeutung, die er der Vermeidung von Schmerzen, der Beseitigung von Begierden und der Beruhigung beimisst, ist Epikur weitaus eher ein ‚ÄěBeruhigungss√ľchtiger‚Äú als ein Hedonist.¬†„Wenn du einen Mann gl√ľcklich machen willst“, sagt er, „f√ľge nicht seinen Reichtum hinzu, sondern nimm ihn von seinen W√ľnschen.“

Top 10 Epicurus-Zitate

1. Die Kunst, gut zu leben und gut zu sterben, sind eins.

2. Verdirb nicht, was du hast, indem du w√ľnschst, was du nicht hast;¬†Denken Sie daran, was Sie jetzt haben, geh√∂rte einst zu den Dingen, auf die Sie nur gehofft haben.

3. Ein freies Leben kann nicht viele Besitzt√ľmer erwerben, da dies nicht leicht ohne Unterw√ľrfigkeit von Mobs oder Monarchen zu bewerkstelligen ist.

4. Nicht was wir haben, sondern was wir genie√üen, macht unsere F√ľlle aus.

5. Nichts ist genug f√ľr den Mann, dem genug zu wenig ist.

6. Von allen Dingen, die¬†Weisheit¬†uns ganz und gar gl√ľcklich macht, ist der Besitz von¬†Freundschaft¬†der gr√∂√üte¬†.

7. Es ist Torheit f√ľr einen Mann, zu den G√∂ttern f√ľr das zu beten, was er selbst erreichen kann.

8. Der Tod geht uns nichts an, denn solange wir existieren, ist der Tod nicht hier. Und sobald es kommt, existieren wir nicht mehr.

9. Ungl√ľck greift selten in den Weisen ein;¬†Seine gr√∂√üten und h√∂chsten Interessen richten sich im Laufe des Lebens nach der Vernunft.

10. Das Ungl√ľck der Weisen ist besser als der Wohlstand des Narren.